Südafrika – Von Kapstadt nach Port Elizabeth

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Ihr Lieben, heute kommt der zweite Teil meines Reiseberichts. Ursprünglich wollte ich die ganze Reise in zwei Berichte verpacken und erst Kapstadt und dann die Garden Route vorstellen. Nachdem ich die Flut der Bilder allerdings gesichtet hatte wurde mir schnell klar, dass man das Ganze doch lieber ein bisschen mehr aufsplitten sollte. Der heutige Beitrag ist schon lang genug (Spoiler Alert) and auf diese Weise kann man viel besser auf die Highlights (Elefanten! Hunderte!) eingehen. Deswegen geht es heute also um den „mittleren Teil“ der Reise, den Weg von Kapstadt nach Port Elizabeth.

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Eine der wahrscheinlichsten klassischsten Reisen in Südafrika ist, die verschiedenen Orte auf der Garden Route abzuklappern, also die knapp 1000 Kilometer von Kapstadt nach Port Elizabeth. Streng genommen fängt die Garden Route zwar erst an dem Küstenstreifen zwischen Mossels Bay und Port Elizabeth an, wenn man allerdings nach Reiseinfos googlet, findet man unter dem Stichwort Garden Route auch die Küsten- und Binnenorte die davor liegen. Wir waren erstmal ein wenig verwirrt und überfordert als es darum ging, die Route zu planen. Infos und Tipps gab es zwar genug, allerdings irgendwie nicht so übersichtlich dargestellt, wie ich es gerne hätte. Der Reiseführer war auch nur wenig hilfreich und im Endeffekt haben wir uns auf Glück und Zufall verlassen. Falls jemand einen ähnliche Reise plant, hoffe ich, mit meinem Beitrag ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen. Deswegen auch noch mal die gesonderte Übersicht an Dingen, die man an den einzelnen Orten tun kann.

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Zu den allgemeinen Reiseinfos habe ich hier schon etwas geschrieben, auf die Schnelle gibt es hier trotzdem noch mal eine grobe Übersicht:

  • Keine (oder kaum) Zeitverschiebung zwischen Europa und Südafrika, deswegen Gott sei Dank auch kein Jet Lag
  • Das West Kap ist Malaria frei
  • Unbedingt LSF 50 einpacken. 30 hat zumindest bei uns Bleichgesichtern nicht ausgereicht
  • In Südafrika gibt es Schlangen, deren Bekanntschaft man lieber nicht machen möchte. Wie man damit umgeht habe ich im vorherigen Beitrag erläutert
  • Ohne Auto kommt man in Südafrika nicht weit. Ein Mietwagen ist ein Muss. Da in Südafrika Linksverkehr herrscht empfiehlt sich zudem ein Automatik Wagen.

Hermanus

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Der erste Ort, den die meisten ansteuern ist Hermanus. Warum wird schnell klar, wenn man ankommt. Hermanus ist einer der Top Whale Watching Spots auf diesem Planeten. Die Wale kommen in der Zeit von Juli bis Oktober aus den kalten Gewässern des Südens um sich zu paaren und Nachwuchs zu bekommen. Dabei schwimmen die Wale soweit in die Bucht hinein, dass man sie von Land aus problemlos beobachten kann. Das wurde uns zumindest versprochen. Als wir allerdings in Hermanus ankamen war weit und breit kein Wal zu sehen. Auf Nachfrage erfuhren wir, dass es in diesem Jahr erstaunlich wenige Wale gegeben hat, unsere Gastgeberin hatte schon seit Wochen keinen mehr gesehen. Eine äußerst ungewöhnliche Tatsache, die teils mit Klimawandel und wärmeren Strömungen, teils mit den Whale Watching Booten in Verbindung gebracht wurde. Mich hat das Ganze unschön an den Beginn des Buches „Der Schwarm“ erinnert, die Apokalypse naht Leute.

Wie dem auch sei, wir haben leider trotz intensiver Suche keinen Wal sehen können. Dafür hatten wir eine schöne Wanderung auf dem Klippenpfad und ausgezeichnetes Essen.

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Infos:

Hermanus liegt ca. zwei Stunden von Kapstadt entfernt. Es gibt einen schnellen und einen schönen Weg dorthin der an der Küste langführt. Die Stadt ist auf Touristen ausgelegt, es gibt Unterkünfte in Hülle und Fülle. Es gibt einen Klippenpfad der fast 10 Kilometer lang an der Küste entlang führt und ein paar wirklich wunderschöne Strände und Buchten, an denen man die Zeit verbringen kann. Abends kann man exzellent und mit Meerblick essen. (Wir waren hier und hier)

To do:

  • Wale beobachten
  • Strand
  • Wandern
  • Seafood

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Hermanus to Montagu

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Von Hermanus ging es für uns weiter nach Montagu. Allerdings nicht auf direktem Weg sondern über einen Abstecher nach De Kelder, in der Hoffnung, doch noch die eine oder andere Walflosse zu sehen. War natürlich nicht. War aber überhaupt nicht schlimm denn unser kleiner Umweg hatte ungeahnte Vorteile. Zum einen war die Fahrt unglaublich schön und abwechslungreich. Von der Küste ging es wohl durch die Kornkammer Südafrikas mit Getreidefeldern soweit das Auge reicht. Abgewechselt wurden die dann durch ziemlich trockene Wüste die sich auf einmal in eine grüne Oase verwandelte, überall wo man hinguckte wurde Wein angebaut. Wie das Bewässerungssystem funktioniert will ich mir gar nicht vorstellen aber genug Sonne kriegen die Trauben auf jeden Fall.

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Der zweite Vorteil unseres Abstechers war die Cheese Farm, über die wir per Zufall gestolpert sind. Wir waren ungefähr zur Mittagszeit in De Kelders und stellten schnell fest, das in dem Ort absolut tote Hose ist. Das einzige Café im Ort hatte zu, ansonsten weit und breit nur Wohnhäuser. Somit stellte sich natürlich die Frage, was ist mit Lunch? Wir hätten ins nahe gelegene Stanford fahren können, hatten aber beide nicht so die Lust erstmal durch eine Stadt zu gurken auf der Suche nach einem geeigneten Café/Restaurant. Der Blick in den Reiseführer erwies sich als Glücksgriff: angeblich gab es eine Cheese Farm ganz in der Nähe, in der man sich voll bepackte Picknickkörbe kaufen konnte, die man dann an einem schattigen Plätzchen am Fluss genießt. Nichts wie hin da!

Als wir ankamen waren wir spontan von Auswandererfantasien geplagt. Eine Käsefarm in Südafrika müsste man haben! Das erste was man sah war ein riesen Spielplatz inklusive Streichelzoo/ jede Menge Getier das durch die Gegend lief. Dann erschien ein schnuckeliges kleines Häuschen mit einer von Blumen umrankten Terrasse mit Blick ins Freie. Für umgerechnet ca. 20 Euro bekamen wir einen riesigen Picknickkorb, vollgepackt mit jede Menge Käse und weiterer Köstlichkeiten und den Tipp, es uns unten am Fluss gemütlich zu machen. Es war absolut traumhaft sage ich euch.cheese-farm-13-von-27

Ob man nun bei seiner Reise an genau der Farm vorbei kommt oder nicht, ich kann nur jedem empfehlen, die Augen bei seinen Fahrten aufzuhalten. Alleine die ganzen Weingüter bieten neben Weinproben oft auch Mittagessen an und teilweise haben wir schnuckelige Restaurants und Cafés dort entdeckt, wo man es nie erwartet hätte (neben einer Tankstelle zum Beispiel). Falls man also irgendwo ein Schild oder ein Pfeil mit dem Hinweis Lunch/Winetasting/Organic Farm, etc., sehen sollte, lohnt es sich, einen kleinen Abstecher zu machen.cheese-farm-25-von-27

MontaguMontagu (1 von 21)

Nach unserer romantischen Fahrt und mit ziemlich viel Käse im Magen kamen wir gegen Abend endlich in Montagu an. Wir hatten nur vor eine Nacht zu bleiben, hatten eine ziemlich…interessante Unterkunft und ziemlich schnell gemerkt, das in Montagu ab einer bestimmten Uhrzeit nicht viel zu passieren scheint, außer dass die Bürgersteige hochgeklappt werden. Montagu ist ein unglaublich schnuckeliges, verschlafenes Städtchen mitten in der Wüste, umgeben von jeder Menge Berge die den Ort wohl zu einem der Hotstpots für Kletterfreunde machen. Was man in Montagu sonst noch machen kann außer klettern? Wandern und jede Menge Wein trinken.

Wer sich fürs wandern interessiert bekommt Auskunft und Karten in der Touristeninformation. Klettertouren kann man hier buchen.

To do:

  • Klettern
  • Wandern
  • Wein trinken

Oudtshoorn

Oudtshoorn (6 von 32)Oudsthoorn war für uns nur ein Zwischenhalt auf dem Weg zurück zur Küste. Wir hatten ein wunderschönes Hostel in dem wir fast alleine waren und haben die Zeit zum intensiven chillen am Pool, Sonnenuntergang angucken und Kochen genutzt. Es erschien mir auf Anhieb auch nicht unbedingt so, als ob Oudtshoorn so viel mehr zu bieten hat. Wer länger dort bleiben möchte, kann eine der unzähligen Straußenfarmen besuchen oder einen Höhlenwanderung machen.

To do:

  • Höhlenbesichtigung
  • Straußenfarmen

Garden Route – Knysna to Nature´s Valley

Strand (5 von 1)

Den nächsten Abschnitt unserer Reise muss ich ein wenig allgemeiner Beginnen. Von Oudtshoorn ging es nämlich zur eigentlichen Garden Route, der ca. 300 Kilometer lange Küstenstreifen, der in Mossel´s Bay beginnt. Die bekanntesten Stationen sind neben Mossel´s Bay Knysna, Storms River, Plettenberg Bay und Nature´s Valley. Unsere Routenplanung war zugegeben ein bisschen chaotisch was diesen Teil anging und teilweise von Zufall abhängig. Wir hatten zuerst vor, ein paar Tage in Plettenberg Bay am Strand auszuspannen und von da aus alle sehenswerten Dinge abzuklappern. Auf der Suche nach Unterkünften hatten wir uns allerdings schon ein wenig gewundert, warum nur so wenig zu Verfügung steht. Die Erklärung folgte, als wir dort ankamen. Letztlich haben wir also nur eine Nacht in Plettenberg Bay verbracht und sind dann weiter gefahren zu einem Airbnb, das wir nur per Zufall entdeckt hatten. Im Nachhinein war es so perfekt, denn diese Unterkunft war ein absoluter Traum. Zwischen Plettenberg Bay und Nature´s Valley gelegen in einem klitzekleinen Ort an dem es sonst nichts gab lag eine traumhafte alte „Barn“ die von den Besitzern wohl umgebaut wurde. Nachdem wir an den meisten Orten gerade mal eine Nacht geblieben waren war der Plan, in dieser Unterkunft ein paar Tage zu verweilen um eine bisschen Ruhe reinzubringen und von dort alles abzuklappern was die Umgebung zu bieten hat. Dieser Plan hätte auch nach hinten losgehen können aber die Bilder hielten nicht nur was sie versprachen, die Realität übertraf sie sogar. Das Haus liegt auf einem Hügel mit Blick auf den Urwald der sich entlang der gesamten Garden Route erstreckt, hatte eine der schönsten Küchen die ich je gesehen habe und die Gastgeber waren super freundlich, hilfsbereit und herzlich. Wir wurden mit allem ausgestattet was wir so brauchen (Wein, Sonnenschirm, Kühlbox), hatten absoluten Freiraum was wir benutzten wurden („Wollt ihr Musik hören? Hier drüben steht eine Anlage, die könnt ihr benutzen wenn ihr wollt“) und bekamen jede Menge Tipps und Infos über die Umgebung. Außerdem hatten sie den niedlichsten Hund aller Zeiten. Die Tage dort haben mich nachhaltig verändert denn mein einziges Ziel im Leben ist es nun, in einem wunderschönen Haus mit wunderschönem Blick und wunderschönen Küche in Südafrika (wahlweise auch Barcelona) zu wohnen. Ich mein, seht euch den Ausblick doch mal an. Goals!

Nature´s Valley (10 von 6)

Aaaanyway, um zurück zu dem Punkt zu kommen…was war der noch gleich? Ach ja, an Knysna und Storms River sind wir nur kurz vorbeigefahren, in Plettenberg Bay waren wir eine Nacht und den Rest der Zeit haben wir in meinem zukünftigen Traumhaus verbracht. Letztlich ist es relativ egal wo man unterkommt, da überall entlang der Route jede Menge Gelegenheiten darauf warten, die Gegend zu erkunden, tolle Aktivitäten zu machen oder die Nationalparks zu durchwandern. Es empfiehlt sich, einen Stop am Anfang der Route (beispielswiese in Mossels Bay oder Knysna) und einen eher am Ende der Route (Plett Bay, Nature´s Valley) zu machen. Auf diese Weise kann man alles was die Gegend so zu bieten hat in Ruhe erkunden. Und das ist eine ganze Menge. Die To do Liste ist endlos: surfen, wandern, paddeln, Elefanten kuscheln, Affen besuchen, Bungee Jumping…

Im Folgenden gibt es einen kleinen Überblick über die Dinge, die wir unternommen haben. Sie sind aber wie gesagt nur die Spitze des Eisbergs.

Plettenberg Bay/Keurboomstrand Strand (2 von 1)

In Plettenberg Bay waren wir wie gesagt nur eine Nacht. Das lag daran, das wir gerade so die Unterkunft bekommen hatten. Der Grund dafür war, das gerade zu dem Zeitpunkt, an dem wir da waren, tausende südafrikanische Teenies, den Schulabschluss frisch in der Tasche, jährlich nach Plettenberg Bay fahren um die Sau rauszulassen. „Rage“ nennt sich das Ganze und wird wohl den einen oder anderen von uns an unsere eigenen Abizeiten erinnern. Die sind ja nun schon eine Weile her bei mir und man wird älter und vernünftiger (heißt, nach zwei Gläsern Wein schläft man ein), deswegen war es für uns also gar nicht so schlecht, das unser Aufenthalt dort nur so kurz war. Plettenberg Bay ist das absolute Surfer Mekka, wer auf so was steht, sollte sich den Ort also nicht entgehen lassen. Wir haben von Plettenberg Bay nicht so viel gesehen, weil wir die meiste Zeit am Keurboomstrand verbracht haben.

Der Keurboomstrand hat uns irgendwie das Herz gestohlen. Aus irgendeinem Grund hat es uns immer wieder dorthin gezogen, so dass wir innerhalb von knapp fünf Tagen, drei Mal dort waren. Einmal zum plantschen, einmal zum romantischen Sonnenuntergangspicknick und einmal zum Pizza essen. Warum wir dort immer wieder hin sind? Ich weiß es nicht. Es könnte daran liegen, dass der Strand jedes Mal so gut wie menschenleer war. Oder an den Delfinen die sich in der Abendsonne in den Wellen getümmelt haben. Was auch immer es war, wir werden uns wohl ewig an diesen einen Strand erinnern.

To do:

  • Surfen, surfen, surfen!

Keurboomstrand (5 von 18)

  Knysna Elephant Park

Knysna Elephant Park (4 von 93)

Bevor wir Plettenberg Bay verließen hieß es noch einmal früh aufzustehen, um uns mit Elefanten anzufreunden. Nur 10 Minuten von Plettenberg Bay entfernt liegt der Knysna Elephant Park. Den gibt es seit 1994 und er kümmert sich seitdem um Elefantenwaisen. Angefangen hat alles mit zwei Elefanten, Harry und Sally, im Laufe der Zeit waren es über 40, die eine Zeit ihres Lebens dort verbracht haben. Aktuell besteht die Herde aus 9 Elefanten, angeführt von Matriarchin Sally.

Knysna Elephant Park (30 von 93)Die ursprünglichen Knysna Elefanten haben ein trauriges Schicksal erlitten, als die Kolonialmächte Südafrika erreichten. Ursprünglich streunten sie zahlreich durch das Westkap, doch ihre Zahl reduzierte sich im 19. und 20. Jahrhundert drastisch, als die Europäer Jagd auf sie machten. Innerhalb kürzester Zeit gab es nur noch wenige frei lebende Elefanten, auch dank des Verdiensts vom heißen Anwärter auf den „Arschloch-des-Jahrhunderts“-Awards, Major Philip Jacobus Pretorius. Dieser reduzierte die Anzahl frei lebender Elefanten innerhalb eines Jahres von 130 auf 16. Als dann endlich mal Einsicht bestand, dass man die überlebenden eveeentuell doch schützen sollte, hat dieser reizende Zeitgenosse aber nicht genug. Er bekam die Erlaubnis, „zu wissenschaftlichen Zwecken“ einen weiteren Elefanten zu schießen. Als er fertig war, waren 5 Elefanten tot. Die überlebende Herde versteckte sich tief in den Wäldern des Knysna-Urwalds (der übrigens auch dank der Abholzung durch Kolonialmächte immer kleiner wurde). Jahrzehntelang war man überzeugt, dass nur noch eine einsame Matriarchin durch die Wälder streift und die einzige Überlebende der grausamen Abschlachtung dieser wunderbaren Tiere war. Neue Erkenntnisse geben jedoch vorsichtigen Grund zu Optimismus. Nach DNA Tests an Elenfantendung ist man sich inzwischen relativ sicher, dass es fünf Elefanten gibt, eventuell sogar drei Bullen und zwei Kälber. Die Knysna Elefanten sind mysteriös und aufregend, sie sind zugleich die letzten wirklich frei lebenden Elefanten in Südafrika (zumindest nach Stand meiner Recherche, falls ich mich irre, korrigiert mich). Die Geschichte dieser Elefanten hat mich zutiefst fasziniert. Ich saß Ewigkeiten vor meinem Handy und habe versucht so viel wie möglich über diese Tiere herauszufinden. Dass irgendwo da draußen die letzten Überlebenden frei herumlaufen hat etwas beeindruckendes, hoffen wir, dass sie weiterhin in Frieden gelassen werden.Knysna Elephant Park (24 von 93) Die Elefanten in dem Knysna Elephant Park gehören nicht dieser seltenen Population an. Sie stammen aus anderen Reservaten oder wurden in dem Park geboren.  Der Park kümmert sich um diese Tiere, zieht Babys auf und versucht, einige der Tiere auszuwildern. Er bietet verschiedene Arten an, mit den Elefanten zu interagieren. Man kann alle halbe Stunde raus zu den Elefanten fahren (und sie wenn man mag auch füttern) oder man bucht einen Elephant Walk oder Elephant Ride, der zwei Mal am Tag stattfindet.

Ich hatte einige Bedenken, bevor wir uns letztlich entschließen diese Tour zu machen. Ich hatte irgendwie ein ungutes Gefühl dabei, dass die Tiere als Entertainment eingesetzt werden. Dunkel hatte ich unschöne Geschichten im Kopf, von asiatischen Elefanten, die als Show für Touristen dienen und ähnliches. Ich wusste nicht genau, ob es sich hier um eine ähnliche Sache handelt. Googlen hat in dieser Hinsicht wenig weitergeholfen, ich konnte zumindest nichts finden, das darauf hinwies, das Angebote wie Elephant Walks in Südafrika in Kritik geraten sind. Also haben wir uns letztlich durchgerungen und gedacht, es einfach mal auszuprobieren. Wir wollten aber nur ein Elephant Walk machen, weil uns ein Elephant Ride doch zu sehr an Zirkus erinnert hat.

So ein Elephant Walk ist im Grunde genau das: ein Spaziergang mit Elefanten. Man kriegt ein paar Infos wie man sich zu verhalten hat und dann begleitet man die Tiere auf ihrem Morgenspaziergang. Dabei befinden sich neben dem Elefanten immer eine Person und ein Guide. Als der Walk vorbei war durfte zusätzlich wer Lust hatte die Tiere füttern und so lange bei den Tieren bleiben, wie es einem beliebt. Dabei waren jederzeit Guides um einen herum, die einem geduldig alle Fragen beantwortet haben. Die Tiere sind dabei in ihrem Bewegungsradius völlig frei. Sie haben eine riesige Fläche auf der sie den ganzen Tag hin und her wandern, die Besucher folgen den Elefanten und nicht umgekehrt.

Knysna Elephant Park (67 von 93)

Nachdem wir die Tour gemacht haben waren wir erstmal auf einem ziemlichen High. So nahe bei Elefanten zu sein, ihre Aura und ihre Präsenz zu spüren hat etwas Magisches. Die Tiere haben einfach absolut faszinierende Wesen, die eine Ruhe und eine Weisheit ausstrahlen, der sich kaum jemand entziehen kann. Wir hatten zudem nicht das Gefühl, dass die Tiere schlecht behandelt würden oder uns irgendetwas offensichtlich merkwürdig vorkam. Bei meiner Recherche zu diesem Beitrag habe ich allerdings Informationen zu einem Vorfall gefunden, in dem ein Elefant in diesem Park offensichtlich nicht gut behandelt wurde. Es scheint sich um einen Einzelfall (auch wenn einmal schon einmal zu viel ist!) zu handeln, wirft aber dennoch kein schönes Licht auf die Dinge.

Jetzt mit ein wenig Abstand fange ich an, die Dinge ein wenig anders zu betrachten. Die Erfahrung war natürlich toll, aber letztlich sind und bleiben Elefanten wilde Tiere. Sollte es solche Angebote geben, in denen die Tiere in so nahe Kontakt mit Menschen kommen und dafür zwangsläufig trainiert werden müssen? Ist diese Art von Tourismus vertretbar? Oder ist gerade diese Art von Tourismus ein Weg, die Tiere zu schützen? Ein Leben in freier Wildbahn bedeutet gerade für Elefanten, dass sie ungeschützt Wilderei ausgesetzt sind. Der Mensch ist der größte Feind des Elefanten. Gäbe es solche Parks und Reservate nicht, so wäre die Population von Elefanten um einiges kleiner. Das solche Aufzucht- und Konservierungsparks sich irgendwie finanzieren müssen ist auch verständlich und vertretbar. Sind solche Angebote also eher ein Mittel zum Zweck?

Ich bin mir nicht ganz sicher, wie meine Antworten auf diese Fragen lauten. Im Nachhinein würde ich wahrscheinlich für einen Besuch eines Reservates plädieren, in dem die Tiere wirklich frei (wenn auch eingezäunt) und ursprünglich, ohne menschliche Intervention leben. Ein Besuch im Addo Elephant Park in Port Elizabeth war das Ende unserer Reise und gab uns noch einmal eine beeindruckende Sichtweise auf diese Tiere, mehr dazu folgt im nächsten Beitrag. Ich wollte dennoch ehrlich sein und von unserem Erlebnis berichten. Ich habe kaum solche Berichte im Vorfeld unseres Besuches finden können, was auch ein Grund war, warum ich mich mit der Entscheidung so schwer getan habe. Vielleicht kann dieser Beitrag ja weiterhelfen. Ich bin neugierig, wie seht ihr die Sache? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht, habt ihr eine ganz andere Sichtweise auf das Thema? Ich würde mich über Input freuen, hauptsächlich weil ich momentan selber noch keine völlig gefestigte Meinung zu diesem Thema habe.

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Letzter Stop bevor es weiter nach Port Elizabeth ging? Unser wunderschöner Aufenthalt in der Nähe zu Nature´s Valley. Genug geschwärmt habe ich weiter oben schon, das soll an dieser Stelle also nicht wiederholt werden. Wir haben drei Nächte dort verbracht und haben die Tage zum Wandern, picknicken am Strand, paddeln und ausgiebigem entspannen benutzt. Von Plettenberg Bay oder Nature´s Valley ist es nicht weit zum Tsitsikama National Park. Auf dem Weg dahin kommt fährt man über eine der weltbekannten BungeeJump Brücken, wer den Nervenkitzel braucht kann sich dort seinen fix holen. Im Nationalpark selbst kann man wandern oder auch eine Paddeltour machen, die wirklich cool ist. Ansonsten bietet die Gegend rund um Plettenberg Bay und Nature´s Valley wirklich für jeden was, egal ob man entspannt am Strand liegen oder eine Aktivität nach der anderen machen möchte.

To do:

  • Wandern
  • Paddeln
  • Reiten
  • Strand
  • Bungee Jumping
  • Surfen

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Nächste Woche folgt der letzte Beitrag über Port Elizabeth und den Addo Elephant Park und danach geht es dann auch wieder mit Rezepten weiter. Bis dahin!

 

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One comment

  1. Liebe Ineke,

    ach, das war wieder wunderschön anzuschauen!
    Ich habe zwar schon lange die Orientierung auf meiner imaginären Landkarte verloren und komme mit den ganzen Ortsnamen gar nicht hinterher, aber ich glaube, für Menschen, die auch so eine Tour planen, ist das genau das Richtige. Und abgesehen davon habe ich den ganzen Rest ja verstanden. 😉

    Die Frage mit den Elefanten…da bin ich mir auch unsicher, ehrlich gesagt.
    Wenn nur der Ride zur Auswahl gestanden hätte, hätte ich das niemals gemacht – no matter what. Da wäre mir dann auch egal gewesen, ob der Guide mir dann erzählte, das liefe alles ganz einfühlsam und einvernehmlich ab. Sowas ist für mich ein ganz eindeutiges No Go. Der Elefant wird ja schließlich nicht gefragt, ob er das gerne macht bzw. wird knallhart für ein bisschen Touri-Fun ausgenutzt (und meistens unter ziemlicher Gewaltanwendung).
    Der Walk klingt da allerdings schon ganz anders – wenn es einfach nur ein Nebenherlaufen ist, wäre es für mich wahrscheinlich auch schwer gewesen, dem zu widerstehen, wenn ich ehrlich bin. Denn immerhin ist man nun einmal dort und ist fasziniert von diesen Tieren und möchte sie ein bisschen kennenlernen. Das kann ich voll und ganz nachvollziehen.
    Auf der anderen Seite ist das wirklich auch eine Form der Menschenbespaßung auf Kosten (?) des Tieres. Die Frage ist, wie eng man die Grenze zieht: Hätte der Elefant den Walk auch alleine gemacht und stört er sich nicht wesentlich an meiner Anwesenheit? Oder wird zum Kreislaufen gezwungen?
    Ich glaube, der Kontakt mit solchen Tieren ist irgendwie immer in irgendeiner Form so, dass man sagen kann, er geht zulasten des Tieres. Da muss man im Einzelfall abwägen, denke ich. Und ich glaube, dass du für dich die richtige Entscheidung getroffen hast – vielleicht würdest du nächstes Mal gar nicht mehr das Bedürfnis danach haben und zufrieden mit dem Schauen aus weiter Ferne sein?

    Schwierige Fragen, auf die es keine klare Antwort gibt, glaube ich…

    Liebe Grüße
    Jenni

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